LebenshilfeNagold

OB: "Tagung ist Adelung der örtlichen Lebenshilfe"

Der Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung hat seine Mitgliederversammlung am Wochenende in Iselshausen abgehalten.

Der Geschäftsführer des Landesverbandes der Lebenshilfe Ingo Pezina vor den Delegierten aus dem gesamten Baden-Württemberg. Foto: Zabota Foto: Schwarzwälder Bote

Von Daniel Zabota 13.10.2019 - 16:44 Uhr
 

Nagold. Auf Initiative der Lebenshilfe Oberes Nagoldtal findet die Mitgliederversammlung des Lebenshilfe-Landesverbandes in der Gemeindehalle Iselshausen statt. Björn Vissering ist neuer Vorsitzender.

Der Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung hat seine Mitgliederversammlung am Wochenende in Iselshausen abgehalten. Delegierte aus 64 Orts- und Kreisvereinigungen tagten in der Gemeindehalle und wählten unter anderem einen neuen Landesvorstand. Neuer Landesvorsitzender ist jetzt Björn Vissering aus Rottenburg am Neckar.

Dass die Tagung in Nagold stattfand geht auf Initiative der hiesigen Lebenshilfe zurück. Vorstandssprecher Matthias Köhler von der Ortsvereinigung Oberes Nagoldtal sagte in seinem Grußwort, man wolle damit die Verbundenheit mit dem Landesverband zum Ausdruck bringen. Nach dem Jubiläumsfestabend im April ist dies der zweite Termin anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Lebenshilfe Oberes Nagoldtal.

Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann nannte die Tagung in seinem Grußwort eine Adelung der örtlichen Lebenshilfe und würdigte deren Arbeit für die Schwächsten der Gesellschaft: "Was Sie leisten, könnte eine staatliche Gemeinschaft nicht tun."

Was den Landesverband in den vergangenen zwei Jahren beschäftigt hat, erläuterte der scheidende Vorsitzende Stephan Zilker. So seien zum Beispiel sämtliche Publikationen und die Webseiten des Landesverbandes in sogenannter "Leichter Sprache" formuliert worden. Die soll für mehr Gleichberechtigung sorgen und den Menschen, vor allem Menschen mit Handicap, die Teilhabe ermöglichen. Auch das zähle zur Barrierefreiheit und diene uns allen, so Zilker. Zur Teilhabe gehöre auch, dass Menschen mit Behinderungen und vollumfänglicher Betreuung wählen dürfen. Dafür spricht sich der Verband offensiv aus. Ebenso offensiv hat sich der Verband in der Diskussion um vorgeburtliche Bluttests auf Down-Syndrom positioniert. In leichter Sprache formuliert heißt das: "Die Lebenshilfe Baden-Württemberg findet die Entscheidung nicht gut. Durch den Bluttest werden viele Babys mit Down-Syndrom abgetrieben. … Menschen mit Down-Syndrom dürfen nicht aussortiert werden. Alle Menschen sind gleich viel wert. … Besser wäre es, wenn Familien besser unterstützt werden."

Einstimmig entlastet

Zu einer Mitgliederversammlung zählen freilich auch hier einige Regularien. Verbandsgeschäftsführer Ingo Pezina zog eine Bilanz der vergangenen beiden Jahre. Der bisherige Vorstand ist einstimmig entlastet worden. Bei den Neuwahlen kam Björn Vissering in das Amt des ersten Vorsitzenden. Zu dessen Stellvertretern wurden Peter Benzenhöfer aus Mühlacker und Markus Liebendörfer aus Bruchsal gewählt.

Aus Teilnehmerkreisen war zu hören, dass sich die Delegierten in Nagold sehr wohlgefühlt haben. Viele nahmen die Einladung der Ortsvereinigung Oberes Nagoldtal an und besichtigten das Haus der Lebenshilfe an der Steinbeisstraße.